Es hat etwas Meditatives am Schwimmteich zu sitzen, die Beine im kühlen Wasser baumeln zu lassen und den Flugkünsten der Libellen zuzuschauen. Ein Paarungsrad hier, die Eiablage dort, eine Libelle die gerade einem Froschschlund haarscharf entflieht...
Nachweislich gab es sie bereits vor 320 Mio. Jahren in den Sumpfwäldern der Steinkohlezeit. Unsere heutigen Libellen entsprechen denen, die vor 150 Mio. Jahren die Erde bewohnten. Mit einer Flügelspannbreite von mehr als 60 cm waren sie sicherlich sehr imposant. Unsere jetzt lebenden Exemplare sind erheblich geschrumpft und weisen nur noch eine Flügelspannweite von 2-15 cm auf. Mit denen sie allerdings auf flotte 50 km/h beschleunigen können. Ware Flugakrobaten sausen über die Teichfläche und bekämpfen rein biologisch Mücken, Bremsen, Läuse ...Insekten, die bei uns Menschen auf nicht so viel Gegenliebe stoßen.
Biologische Schädlingsbekämpfung kann nicht effektiver und naturverträglicher sein.
Von den 80 in Europa beheimateten Libellenarten sind bereits viele bedroht. Eine Spezie, die seit 320 Mio. Jahren die Erde erfolgreich bereichert, wird durch unser menschliches Handeln immer weiter zurück gedrängt.
Die Veränderung und Zerstörung der libellentypischen Lebensräume ist die Ursache. Moore und andere Feuchtbiotope werden trockengelegt, Flüsse begradigt, Uferbereiche zerstört.
Es gilt diese, vom Wasser abhängigen Insekten und ihre Lebensräume, zu schützen und wiederherzustellen durch die Renaturierung von Gewässern.
Weitere wichtige Schutzmaßnahmen sind der Verzicht auf Pestizide und Dünger besonders in Gewässernähe.
Gartenteichbesitzer können ebenso etwas für die Libellen tun, indem sie beispielsweise auf Fische verzichten. Diese fressen nämlich gern Libellenlarven und ihr Kot überdüngt das Wasser.
Darüber hinaus darf das Gewässer nicht zufrieren oder jedes Jahr gereinigt werden. Libellenlarven leben über mehrere Jahre im Wasser bevor sie ihre volle Schönheit entfalten.
Ein Schwimmteich ist nicht nur eine herrliche Erfrischung an heißen Sommertagen, sondern vielmehr ein Biotop zur Erhaltung der Artenvielfalt und ein großer Beitrag zum Klimaschutz.
Da verwundert die Aussage unserer neuen WIrtschaftsministerin anlässlich des Tags der Industrie am 24.06.2025 "Wenn Klimaschutz so organisiert ist, dass damit kein Geld zu verdienen ist (...) dann geht das in die falsche Richtung."
Dann sollte sie sich bitte schön einmal den sehr lohnenswerten Beitrag auf ARTE anschauen. "Was, wenn uns die Natur Rechnungen stellt? 42 - Die Antwort auf fast alles"
https://www.youtube.com/watch?v=4JVYt6oUSyQ
